Unser Leistungsangebot

Als operative Stiftung führt die hessnatur Stiftung eigene Projekte durch und berät Mode- und Textilunternehmen, Organisationen, Initiativen und Partner strategisch und operativ bei ihren Projekten auf dem Gebiet angewandter Nachhaltigkeit.

Wir bieten folgende Beratungsmodule an:

Risiko & Potentialanalyse

IST-Analyse & Entwicklung Nachhaltigkeitskonzept

  • Basislinienmessung und Ist-Analyse
  • Aufnahme und Beurteilung aller nachhaltigkeitsrelevanten Prozesse im Unternehmen mit Schwerpunkt auf Beschaffung
  • Herausarbeitung von Risiken und Optimierungspotentialen (z.B. Quick-Wins)
  • Entwicklung von konkreten Handlungsempfehlungen
  • Entwicklung eines unternehmensindividuellen Nachhaltigkeitskonzepts mit Prioritäten und Schwerpunkten

Wissensaufbau Nachhaltigkeit

Schulungen, Workshops & Capacity Building

  • Basiswissen Nachhaltigkeit
  • Vertiefung Ökologie und Sozialstandards
  • Nachhaltige Materialkompetenz
  • Nachhaltige Produktentwicklung: Der ganzheitliche Blick von der Idee zum Produkt
  • Umsetzungshilfen und Capacity Building z.B. zu Siegeln, Richtlinien, Audits, Zertifizierungssystemen, Roadmap, Nachverfolung Corrective Action Plans (CAPs)

 

Sehen Sie sich auch unser Bildungsangebot an.

Nachhaltige Lieferkette

Auswahl, Management & Monitoring von Lieferanten

  • Entwicklung von Kriterien und Anforderungen zur nachhaltigen Lieferantenauswahl, Richtlinien und Lieferantenleitfäden, Kriterien für die objektive Bewertung der Nachhaltigkeits-Performance der Lieferanten
  • Beratung zu Managementsystemen, Supply Chain Mapping, Aufbau Monitoringsystem
  • Lieferantenqualifizierung durch Workshops und Schulungen zu Umwelt- und Sozialstandards

Nachhaltigkeitsstrategie

Entwicklung messbarer Strategien anhand von KPIs

  • Entwicklung unternehmensindividueller Definition von holistischer Nachhaltigkeit
  • Definition von Zeitzielen, konkreten Maßnahmen, messbaren Indikatoren (KPI‘s)
  • Priorisierung
  • Intergration in die Gesamtunternehmensstrategie
  • Zur Anwendung kommt ein KPI-Modell basierend auf dem holistischen Prinzip

Textilbündnis

Baseline Messung & Roadmap Erstellung

  • Unterstützung bei der Erfassung der Baseline
  • Entwicklung der Roadmap
  • Schulung zu Bündnis – Anforderungen
  • Unterstützung der Mitgliedschaft
  • Beratung zu Bündnis-Beitritt

 Nachhaltigkeitskommunikation

Storytelling und Transparenz – intern wie extern

Externe Nachhaltigkeitskommunikation

  • Benchmarks und Trends in der Kommunikation
  • Beratung zu Darstellungsmöglichkeiten
  • Entwicklung von Storytellingpotentialen
  • Transparenz- und Tracebilitytools in der Kundenkommunikation

Interne Nachhaltigkeitskommunikation

  • Entwicklung einer Strategie zur internen Nachhaltigkeitskommunikation
  • Beratung zu Inhalten und Tools
  • Aufarbeitung Nachhaltigkeits-Status Quo für Kommunikationszwecke

Ökologische Materialoptimierung

Materialien, Siegel & Standards

  • Risikoanalyse auf Materialebene anhand umfassender Matrizen
  • Bewertung und Vergleich gängiger Siegel und Standards, z.B. GOTS, Ökotex 100, BlueSign, GRS…
  • Entwicklung Material- und Labelpolicy mit individuellen Anforderungen an das Sourcing von Materialien und Rohstoffen
  • Schulungen zu Materialien, Siegeln und Standards z.B. für die Einkaufsabteilung

Richtlinien

Definition von Anforderungen & Standards

  • Entwicklung von Richtlinienkonzepten
  • Ausarbeitung individueller Ökologierichtlinien unter Berücksichtigung internationaler Standards
  • Erarbeitung Code of Conduct
  • Analyse und Optimierung der Einkaufsbedingungen hinsichtlich Nachhaltigkeit
  • Erstellung von Lieferantenleitfäden

Transparenz & Monitoring

Systeme, Tools & Lösungen

  • Konzeptionierung und Begleitung des Aufbaus eines Monitoringsystems: Internes Monitoring, z.B. Entwicklung Self-Audit/Quick-Scan, Nachverfolgung und Umsetzungsüberwachung Corrective Action Plans (CAPs), Beschwerdesysteme
  • Beratung zu Supply Chain Mapping, Monitoringsystemen und Softwarelösungen, z.B. OSCA und Traceability Tools, z.B. QR-Codes

Detox & ZDHC

Umsetzungs-Support Chemikalienmanagment

  • Einführung zu Chemikalienmanagement & internationalen Standards
  • Unterschiede und Einsatz RSL (Restricted Substanc List) und MRSL (Manufacturing Restricted Substance List)
  • Workshops und Schulungen zu Anforderungen, u.a.: gesetzliche Anforderungen (REACH), ZDHC, Detox
  • Entwicklung Umsetzungsstrategie mit Stufenplan und Milestones
  • Begleitung und Unterstützung der Implementierung z.B. durch Erarbeitung benötigter Dokumente
  • Capacity Building für die eigenen Mitarbeiter

Lieferantenqualifizierung

Sozialnormen, Umweltschutz und toxikologische Ökologie

Aufbau nachhaltiger Beschaffungsstrukturen und Prozesse

  • Entwicklung Nachhaltigkeitskonzept
  • Erstellung Nachhaltigkeitsstrategie
  • Material- Labelpolicy
  • Erstellung Lieferantenleitfäden/ Ökologierichtlinie
  • Interne Kommunikation/ Capacity Building

Qualifikationsmaßnahmen und Management-Prozessoptimierung bei ausgewählten Lieferanten in Asien

  • Schulungen und Workshops zu Sozialnormen, Umweltschutz und toxikologische Ökologie
  • Umsetzung durch unseren Partner CSI mit Büros in Hongkong und Dhaka

Duales Nachhaltigkeitskonzept

Förderung der Nachhaltigkeitskompetenz von Brands und ihren Lieferanten

  • Unterstützung der Lieferanten bei der Implementierung internationaler Sozial- und Umweltstandards, z.B. ZDHC, ILO-Kernarbeitsnormen, Textilbündnis
  • Bestandsaufnahmen beim Lieferanten: interne Sozial- und Umweltaudits
  • Entwicklung individueller Trainings- und Qualifizierungspläne
  • Durchführung von Workshops und Schulungen mit Mitarbeitern und Middle/Top-Management
  • Lokal und direkt durch asiatischen Partner CSI

Förderprojekte

Von der Antragsstellung bis zur Berichterstattung

  • Organisation und Betreuung von Förderprojekten, zum Beispiel Public-Private-Partnership-Projekte
  • Übernahme der gesamten Antragstellung inklusive Erstellung der Antragsdokumente
  • Moderation und Unterstützung zwischen Behörde und Unternehmen
  • Berichterstellung und Projektdokumentation

Referenzen

Ein Beispiel aus unserer Arbeit: Die Kooperation mit Peter Hahn

Ein wichtiger Arbeitsbereich der hessnatur Stiftung ist die Organisation und Betreuung von Förderprojekten, zum Beispiel Public-Private-Partnership-Projekten (PPP). Dabei übernimmt die hessnatur Stiftung für ihre Partner die gesamte Durchführung von der Antragstellung bis zur Berichterstattung. Auch individuelle Projekte zur Förderung von Nachhaltigkeit bei Brands und ihren Lieferanten werden konzipiert und durchgeführt.

Hierfür hat die hessnatur Stiftung das innovative und hocheffektive „Duale Nachhaltigkeitskonzept“ entwickelt. Ziel ist der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeits-Kompetenz bei Textilunternehmen und ihren Zulieferern. Dies geschieht zum einen durch Qualifikationsmaßnahmen und Prozessoptimierungen für Ökologie und Sozialstandards bei ausgewählten Lieferanten in den Produktionsländern in Asien. Um die langfristige Wirkung des Projekts zu sichern werden parallel dazu in den Unternehmenszentralen nachhaltige Beschaffungsstrukturen und –prozesse aufgebaut und implementiert. Die Umsetzung des Projektkonzepts erfolgt gemeinsam mit dem Partner Consulting Service International Ltd.. Gefördert werden die Projekte aus öffentlichen Mitteln des develoPPP.de – Programms des Bundes­minis­te­riums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Das Duale Nachhaltigkeitskonzept

„Nachhaltige Strategien bei Brands und Weiterentwicklungen bei den Lieferanten – das muss sich ergänzen. In unseren Förderprojekten verknüpfen wir beides.“

Rolf Heimann

Dieses Konzept wird unter anderem beim Modeversender Peter Hahn umgesetzt. Seit Mai 2016 läuft hier ein Public-Private-Partnership-Projekt, in dessen Verlauf die Arbeitsprozesse sowohl in der Firmenzentrale in Winterbach als auch bei Zulieferern in China auf den Prüfstand gestellt werden – mit dem Ziel, nachhaltiges Handeln bei allen Projektbeteiligten wirkungsvoll zu verankern.

Am Anfang steht immer eine Statusaufnahme: Was passiert bereits im Unternehmen, wie ist der Stand beim Thema Nachhaltigkeit? Das Themenspektrum dabei ist immens, denn letztendlich müssen alle Prozesse in der Wertschöpfungskette einbezogen und unter Nachhaltigkeits­gesichts­punk­ten betrachtet werden. Angefangen bei firmeninternen Prozessen über Material- und Faser­aus­wahl bis hin zum Verbrauch von Wasser, Energie und Chemikalien in den Vorstufen, Arbeitsbedin­gun­gen in den Nähereien oder Schadstoffrückständen im Endprodukt. Basierend auf der Bestands­auf­nahme werden Konzepte und konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt. Die hessnatur Stif­tung hat hierfür als Arbeitsinstrument verschiedene Module entwickelt. Zur Strategieentwicklung werden beispielsweise Matrizes eingesetzt, mit deren Hilfe messbare Ziele und Key Perfor­mance Indicators im Sinne eines holistischen Nachhaltigkeitsansatzes abgeleitet und damit in der individuellen Unternehmensstrategie verankert werden können. Diese kamen auch bei Peter Hahn zum Einsatz – mit gutem Erfolg.

Das PPP-Projekt ist für uns eine echte Investition in die Zukunft, denn langfristig werden alle Lieferanten von den Erfahrungen profitieren – und auch intern gehen wir bei der Weiterentwicklung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeits­strategie einen großen Schritt voran.

Patrizia Strupp (Referentin für Nachhaltigkeit Peter Hahn)

Parallel dazu wird vom Projektpartner Consulting Service International ein Schulungskonzept für drei ausgewählte Lieferanten in Südchina erarbeitet. Mit einem umfassenden Training für Manage­ment und Mitarbeiter gehen die Betriebe einen großen Schritt voran auf dem Weg, Anforderungen internationaler Umwelt- und Sozialstandards zu erfüllen. Die Qualifizierungsmaßnahmen werden basierend auf Bestandsaufnahmen in den Betrieben individuell geplant, ausgearbeitet und durchgeführt. Das Thema Arbeits­bedingungen wird dabei ebenso berücksichtigt wie die Arbeit an Umweltstandards und Chemikalien­manage­ment. Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt laufen wiederum in die tägliche Arbeit zurück: sie werden ausgewertet, um in die Zusammenarbeit mit anderen Lieferanten einbezogen zu werden.

Der duale Aspekt des Beratungskonzeptes ermöglicht es den teilnehmenden Projektpartnern nachhaltige Strukturen im eigenen Unternehmen sowie entlang der textilen Lieferkette zu schaffen und dadurch einen langfristigen Effekt im Sinne holistischer Unternehmensverantwortung erzielen zu können.

Wir haben beispielsweise den Supplier Day von Peter Hahn begleitet.

„Das PPP-Projekt ist für uns eine echte Investition in die Zukunft,

denn langfristig werden alle Lieferanten von den Erfahrungen profitieren

– und auch intern gehen wir bei der Weiterentwicklung und Umsetzung

unserer Nachhaltigkeitsstrategie einen großen Schritt voran.“

Patrizia Strupp, Referentin für Nachhaltigkeit bei Peter Hahn


Ein Beispiel aus unserer Arbeit: Die Durchführung moderierter Fachgespräche

Das Interesse und die Bereitschaft unserer Projektpartner am gegenseitigen Austausch von Best Practices ist gestiegen. Insofern war es unsere Intention hierfür Raum zu schaffen, um Wissen und Können gemeinsam zu bündeln sowie Synergien zu erzeugen- in Form moderierter Fachgespräche.

Die international stark verflochtene Wertschöpfungskette textiler Erzeugnisse stand im Fokus der insgesamt zwei moderierten Fachgespräche, die 2017 stattfanden. Der Beitrag der Textil- und Bekleidungsbranche zum Wirtschaftswachstum in den Produktionsländern ist bedeutend, jedoch fehlt es an angemessenen sozialen Rahmenbedingungen für die ArbeiterInnen vor Ort.Die Verantwortung zur Selbstverpflichtung die Einhaltung sozialer Standards verbindlich einzufordern und zu überwachen haben unsere Projektpartner erkannt. Dem fachlichen Erfahrungsaustausch der fünf mittelständischen und großen Textil- und Bekleidungsunternehmen hierzu wurde innerhalb der moderierten Fachgespräche Raum geschaffen. Unter Moderation unseres Stiftungsvorstandes, Rolf Heimann, konnte wertvolles Wissen geteilt und aufgebaut werden, Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen diskutiert und gefunden werden.Die 13 Teilnehmer des ersten Zusammentreffens am 23. März diskutierten insbesondere die Herausforderungen der Umsetzung der ILO Kernarbeitsnormen und erörterten in einem gemeinsamen Austausch Handlungsalternativen. Anhand von Fallstudien wurde sich mit realen, problematischen Fakten und Situationen der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie auseinandergesetzt und praktikable Lösungen erarbeitet.

Daran anschließend richtete sich der Fokus der zweiten Veranstaltung auf die individuellen Erfahrungswerte in Form von Best Practices hinsichtlich der Implementierung und Umsetzung von Sozialstandards im Produktionsland. Innerhalb dieses Fachforums am 18. Oktober erschlossen zwei Diskussionsrunden die beiden Themenfelder Subcontracting sowie Supply Chain Mapping, die jeweils mit einem kurzen Input der sieben Teilnehmer begannen. Vorgestellt wurden beispielsweise die Implementierung und Anwendung von Monitoringsystemen, die Initiation und Wirksamkeit von Supplier Days sowie die erfolgreiche Erfassung der Transparenz der eigenen Lieferkette.

Die beiden Fachgespräche stellen den Beginn einer Forumsreihe dar, die sich im nächsten Jahr mit einer Ausrichtung auf human- und umwelttoxikologische Aspekte der textilen Wertschöpfungskette fortsetzen wird.

„Der Austausch mit den anderen Firmen im Rahmen des PPP-Projekts ist sehr bereichernd für uns – stehen wir doch alle vor ähnlichen Herausforderungen. Im Rahmen des letzten Fachgesprächs haben die verschiedenen Firmen ihre Herangehensweise und Leuchtturm-Projekte zum Thema Sozialstandards in der Lieferkette vorgestellt und diskutiert. Wir freuen uns bereits auf das nächste Fachgespräch zu einem weiteren Schwerpunktthema.“